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Hans Weisse

  •  Sonate für Klarinette & Klavier

    Sonate für Klarinette & Klavier

  •  Quintett

    Quintett

Handschrift Hans Weisses

HANS WEISSE31. März 1892 – 10. Februar 1940

Hans Weisse wurde als Sohn des erfolgreichen Schauspielers und Theaterdirektors Adolf Weisse am 31. März 1892 in Wien geboren. Er studierte ab 1908 Musiktheorie und Komposition an der Universität Wien bei Guido Adler sowie Heinrich Schenker und erhielt Klavierstunden von Moritz Violin. Heinrich Schenker blieb er zeitlebens verbunden und wurde auch weiter von ihm unterrichtet, nachdem er im 1. Weltkrieg als Offizier gedient hatte. 1919 promovierte er über das Thema Der Kunstwalzer und seine bedeutendsten Vertreter.

Er tat sich anschließend als gefragter Lehrer in Wien hervor und lehnte ein Angebot seines ehemaligen Lehrers Adler, in Indien am Institut des Nobelpreisgewinners Rabindranath Tagore zu unterrichten, nur ab, weil er nicht fließend Englisch sprach. Auf Einladung Wilhelm Furtwänglers hielt er Vorträge in Berlin über Schenkers Theorie der Reduktionsanalyse und weitere Themen. Ebenfalls in diesem Zeitraum unterrichtete er Musiktheorie am neuen Schenker-Institut in Hamburg.

1931 nahm Weisse das Angebot an, ein Jahr an der David Mannes School of Music in New York zu lehren. Seine neuen Kollegen nahmen ihn begeistert auf und er wurde Leiter der Abteilung Komposition der Mannes School. Seine Familie folgte ihm daraufhin nach New York.

In den Sommermonaten widmete er sich stets intensiv dem Komponieren. Sein kammermusikalisches Werk umfasst ein Streichquintett (1912), zwei Streichquartette (1921 und 1934), eine Klarinettensonate (1921), ein Klarinettenquintett (1926), ein Streichsextett , ein Oktett (beides 1930) und eine Violinsonate (1932) im Stile Bachs. Seine Werke wurden von den Kritikern stets positiv aufgenommen, besonders sein Oktett fand in den USA große Anerkennung. Im nationalsozialistischen Deutschland hingegen wurde die Musik von Hans Weisse, der jüdischer Abstammung war, verboten. Er starb am 10. Februar 1940 in New York.

Quelle und Weiterführendes über Hans Weisse: Schenker Documents Online

HANS WEISSE BEI EDITION SPRINGQUELL