Egon Gabler (9. September 1876 – 30. April 1959)

Egon Robert Gabler war ein Klarinettist, Pianist und Komponist.

Egon Gabler wurde in Dresden-Plauen als Sohn des Gastwirtes Robert und Anna (geb. Lehmann) Gabler geboren.

Seine musikalische Ausbildung erfolgte am Dresdener Konservatorium. Obwohl die Klarinette sein Hauptinstrument war, pflegte er stets ein gehobenes Klavierspiel. Sein ganzes Leben blieb er ein Anhänger von Richard Wagner und Franz Liszt.

Um 1898 war er Klarinettist des 7. Infanterie Regimentes in Leipzig. Ab 1901 war er am Königlichen Hoftheater zu Hannover  als Soloklarinettist angestellt und es wurde ihm bereits am 01.06.1902 der Titel „Königlicher Kammermusiker“ verliehen. Zu dieser Zeit wurde das Königliche Hoftheater zu Hannover aus der Privat-Schatulle des Hauses der Hohenzollern finanziert und von Intendanten geleitet, die vom preußischen König ernannt wurden. Das Hannoversche königliche Hoftheater war Bühne für Opern- und Ballettaufführungen, aber auch von reinen Orchesterkonzerten. Seinem Enkel erzählte Egon Gabler, dass bis zum 1. Weltkrieg der König die Musiker-Gehälter zu einem Anteil in Goldmünzen auszahlen ließ. In den Jahren 1902 und 1903 verzichtete er auf Sommerurlaub und spielte im Orchester bei den im Juli und August abgehaltenen Bayreuther Festspielen.

Gabler war Stimmführer einer Bläservereinigung (zusammen mit Franz Helmut, Emil Klöpfel und Otto Mechler), die jährlich von 1910 bis 1935 rund 10 Kammerkonzerte in den Städten der Provinz Hannover zur Aufführung brachte. Dieser Gruppe gehörte in den Jahren 1917 bis etwa 1922 der bekannte Pianist Walter Gieseking an. Dieser komponierte ein Quintett für Oboe, Klarinette, Fagott, Waldhorn und Piano in B-Dur im Jahr 1919 für die Vereinigung, was man der Autobiographie Giesekings entnehmen kann. Wenn man nach weiteren noch heute bekannten Musikerpersönlichkeiten sucht, mit denen der Klarinettist Gabler konzertierte, so ist die Aufführung von Schuberts „Der Hirt auf dem Felsen“ mit der Opernsängerin Maria Ivogün zu nennen.

Mit 68 Jahren wurde Egon Gabler am 01.01.1944 vom Orchesterdienst des Hoftheaters zu Hannover pensioniert. Seine Wirkungsstätte, das ursprüngliche „Königliche Hoftheater zu Hannover“, war inzwischen seit 1921 in die Trägerschaft der Stadt Hannover überführt worden und danach schlussendlich in die des Landes Niedersachsen übergegangen.

Zu Gablers kompositorischem Schaffen gehören unter anderem zwei Klarinettenkonzerte und ein Konzert für Waldhorn. Sein gesamtes kompositorisches Werk wurde als handschriftliches Material von den Erben bei der Staatsbibliothek Berlin eingelagert in der Hoffnung auf Wiederbelebung durch Musikinteressierte. Im Verlag Alexander Kettner, Hannover sind erschienen: 12 kleine Klavierstücke (Heft I sechs Stücke, Heft II sechs Stücke). Im Verlag Louis Oertel, Hannover Klavierauszug und Solostimme für zwei Klarinettenkonzerte und das Konzert für Waldhorn. Bei SIMROCK Original Edition sind erschienen Gablers Metamorphosen – freie Variationen über zwei eigene Themen für Posaune und Klavier.

Die Konzerte Gablers sind nach bisherigem Kenntnisstand einzig mit Klavierbegleitung der Solostimme zur Aufführung gelangt. Trotz eingehender Recherche konnte kein gedrucktes Orchestermaterial aufgefunden werden, so dass gegenwärtig davon ausgegangen werden muss, dass der Verlag Edition Springquell in Berlin erstmals die Partituren dieser Werke herausgeben wird.

Egon Gabler hat aus einer Ehe mit Elisabeth Gabler, geborene Friebel, aus Dresden-Löbtau einen Sohn, Werner Gabler (Architekt und Akustiker, Berlin), und zwei Zwillingstöchter, die Musikpädagoginnen Annaliese Gabler (Violine, Viola)  und Ruth Gabler (Piano, Violoncello), beide Hannover-Kirchrode. Alle hier Genannten sind auf dem Friedhof der Jakobi Kirche, Kleiner Hillen 2 in Hannover–Kirchrode in einem heute noch bestehenden Grab der Familie beerdigt. Egon Gabler verstarb in Lehrte (bei Hannover), nach einem langen Leben, das stets der Liebe zur Musik geweiht war.

 


Text: Wolfgang Gabler, Enkel des Komponisten, 2017.
Das Bildmaterial wurde uns von Wolfgang Gabler zur Verfügung gestellt.
Im Artikel zu sehen: zwei Fotos des 80-jährigen Egon Gabler, im Juli 1956 aufgenommen.
Das Hintergrundbild ist ein Ausschnitt einer Skizze von Werner Gabler, die hier voll zu betrachten ist.

Egon Gabler bei Edition Springquell

 
Egon Gabler bei Edition Springquell
Egon Gabler
9.9.
1876 – 30.4.1959

Egon Robert Gabler war ein Klarinettist, Pianist und Komponist.

Egon Gabler wurde in Dresden-Plauen als Sohn des Gastwirtes Robert und Anna (geb. Lehmann) Gabler geboren.

Seine musikalische Ausbildung erfolgte am Dresdener Konservatorium. Obwohl die Klarinette sein Hauptinstrument war, pflegte er stets ein gehobenes Klavierspiel. Sein ganzes Leben blieb er ein Anhänger von Richard Wagner und Franz Liszt.

Um 1898 war er Klarinettist des 7. Infanterie Regimentes in Leipzig. Ab 1901 war er am Königlichen Hoftheater zu Hannover  als Soloklarinettist angestellt und es wurde ihm bereits am 01.06.1902 der Titel „Königlicher Kammermusiker“ verliehen. Zu dieser Zeit wurde das Königliche Hoftheater zu Hannover aus der Privat-Schatulle des Hauses der Hohenzollern finanziert und von Intendanten geleitet, die vom preußischen König ernannt wurden. Das Hannoversche königliche Hoftheater war Bühne für Opern- und Ballettaufführungen, aber auch von reinen Orchesterkonzerten. Seinem Enkel erzählte Egon Gabler, dass bis zum 1. Weltkrieg der König die Musiker-Gehälter zu einem Anteil in Goldmünzen auszahlen ließ. In den Jahren 1902 und 1903 verzichtete er auf Sommerurlaub und spielte im Orchester bei den im Juli und August abgehaltenen Bayreuther Festspielen.

Gabler war Stimmführer einer Bläservereinigung (zusammen mit Franz Helmut, Emil Klöpfel und Otto Mechler), die jährlich von 1910 bis 1935 rund 10 Kammerkonzerte in den Städten der Provinz Hannover zur Aufführung brachte. Dieser Gruppe gehörte in den Jahren 1917 bis etwa 1922 der bekannte Pianist Walter Gieseking an. Dieser komponierte ein Quintett für Oboe, Klarinette, Fagott, Waldhorn und Piano in B-Dur im Jahr 1919 für die Vereinigung, was man der Autobiographie Giesekings entnehmen kann. Wenn man nach weiteren noch heute bekannten Musikerpersönlichkeiten sucht, mit denen der Klarinettist Gabler konzertierte, so ist die Aufführung von Schuberts „Der Hirt auf dem Felsen“ mit der Opernsängerin Maria Ivogün zu nennen.

Mit 68 Jahren wurde Egon Gabler am 01.01.1944 vom Orchesterdienst des Hoftheaters zu Hannover pensioniert. Seine Wirkungsstätte, das ursprüngliche „Königliche Hoftheater zu Hannover“, war inzwischen seit 1921 in die Trägerschaft der Stadt Hannover überführt worden und danach schlussendlich in die des Landes Niedersachsen übergegangen.

Zu Gablers kompositorischem Schaffen gehören unter anderem zwei Klarinettenkonzerte und ein Konzert für Waldhorn. Sein gesamtes kompositorisches Werk wurde als handschriftliches Material von den Erben bei der Staatsbibliothek Berlin eingelagert in der Hoffnung auf Wiederbelebung durch Musikinteressierte. Im Verlag Alexander Kettner, Hannover sind erschienen: 12 kleine Klavierstücke (Heft I sechs Stücke, Heft II sechs Stücke). Im Verlag Louis Oertel, Hannover Klavierauszug und Solostimme für zwei Klarinettenkonzerte und das Konzert für Waldhorn. Bei SIMROCK Original Edition sind erschienen Gablers Metamorphosen – freie Variationen über zwei eigene Themen für Posaune und Klavier.

Die Konzerte Gablers sind nach bisherigem Kenntnisstand einzig mit Klavierbegleitung der Solostimme zur Aufführung gelangt. Trotz eingehender Recherche konnte kein gedrucktes Orchestermaterial aufgefunden werden, so dass gegenwärtig davon ausgegangen werden muss, dass der Verlag Edition Springquell in Berlin erstmals die Partituren dieser Werke herausgeben wird.

Egon Gabler hat aus einer Ehe mit Elisabeth Gabler, geborene Friebel, aus Dresden-Löbtau einen Sohn, Werner Gabler (Architekt und Akustiker, Berlin), und zwei Zwillingstöchter, die Musikpädagoginnen Annaliese Gabler (Violine, Viola)  und Ruth Gabler (Piano, Violoncello), beide Hannover-Kirchrode. Alle hier Genannten sind auf dem Friedhof der Jakobi Kirche, Kleiner Hillen 2 in Hannover–Kirchrode in einem heute noch bestehenden Grab der Familie beerdigt. Egon Gabler verstarb in Lehrte (bei Hannover), nach einem langen Leben, das stets der Liebe zur Musik geweiht war.

Text: Wolfgang Gabler, Enkel des Komponisten, 2017.
Das Bildmaterial wurde uns von Wolfgang Gabler zur Verfügung gestellt.
Im Artikel zu sehen: Foto des 80-jährigen Egon Gabler, im Juli 1956 aufgenommen.

Egon Gabler bei Edition Springquell

 
Egon Gabler bei Edition Springquell